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Berichterstattung mit Halsbandempfehlung
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Tomtiger
Rapunzel


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Beiträge: 9229
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Di 26 März 2013 22:55:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

Fortsetzung:

Zitat:
Lieber Herr Wanka,

haben Sie recht herzlichen Dank für Ihre Ausführungen.

Die rechtliche Lösung und Ihre praktische Umsetzung in Österreich scheinen mir sehr gut und zielführend. Ich hoffe, dass wir auch in Deutschland bald eine ähnliche Lösung bekommen können. Ich werde Ihre Informationen an meine Kollegen vom Deutschen Tierschutzbund weiterleiten, die die politische Arbeit zu diesem Thema durchführen.

Beim Thema Katzenhalsbänder sprechen Sie von Halsbändern mit Perforation. Die "Sicherheits-Halsbänder", die ich als (ehemaliger) Katzenhalter kenne, haben jedoch einen Plastik-Schnappverschluss. Unsere Katzen haben dieses regelmäßig verloren, sich jedoch niemals daran aufgehängt oder darin eingezwängt. Möglicherweise gibt es mehr oder weniger gefährliche Konstruktionen. Wenn man mir bestätigen könnte, dass es keine sicheren Katzenhalsbänder gibt, würde ich gerne den Hinweis auf Halsbänder auf unseren Webseiten entfernen. Solange es solche aber gibt (vielleicht nicht die mit Perforation), so würde ich es aber doch eher als Aufgabe von Tierschutzvereinen, Haustierhalterverbänden oder Veterinärmedizinern sehen, ihren Kunden zu erklären, welche Halsbänder für ihre Katzen sicher sind und welche nicht. Wir könnten dann evtl. das Wort "mit Sicherheitsverschluss" auf unseren Seiten hinzufügen. Sicherlich ist es aber nicht Aufgabe eines Natur- und Vogelschutzverbandes Katzenhalter über eine tierschutzgerechte Haltung ihrer Haustiere aufzuklären. Ich leite Ihre Ausführungen zu diesem Thema daher auch an die Kollegen vom Deutschen Tierschutzbund weiter.

Halsbänder mit Glöckchen sind übrigens zur Vermeidung von Vogelfang durch Katzen keineswegs unwirksam, allerdings auch kein Allheilmittel. Sie helfen bei der Bewegungsjagd auf gesunde flugfähige Altvögel, aber nicht bei Ansitzjagd (dann klingelt die Glocke ja nicht) und auch nicht bei der Jagd auf kranke oder kaum flugfähige Jungvögel. Daher würde ich nur ungerne völlig auf die Empfehlung von Glockenhalsbändern verzichten.


Sie haben vermutlich durchaus recht mit der Einschätzung, dass freigehende Hauskatzen wohl nicht der Grund für niedrige Bestände von Vögeln im Siedlungsraum sind. Die große Mehrzahl der Fälle von Vogeljagd durch Katzen geht auf das Konto der herrenlosen streunenden Katzen. Wenn wir dieses Problem durch das Paderborner oder "Österreichische Modell" in den Griff bekommen, fallen die freigehenden Hauskatzen wohl kaum mehr ins Gewicht. Das gleiche gilt auch für andere Tierarten wir Reptilien und Amphibien.

Vielen Dank für die nützliche Diskussion,






Zitat:
Lieber Herr Lachmann,

Am 2013-03-26 18:04, schrieb Lars Lachmann:
> scheinen mir sehr gut und zielführend. Ich hoffe, dass wir auch in
> Deutschland bald eine ähnliche Lösung bekommen können. Ich werde Ihre

es halt lange gedauert, ein Volksbegehren war nötig, und es mussten viele Interessengruppen (Landwirtschaft etc.) berücksichtigt werden.

Trotz vieler Kritikpunkte finde ich, dass man darauf stolz sein kann!


> weniger gefährliche Konstruktionen. Wenn man mir bestätigen könnte, dass
> es keine sicheren Katzenhalsbänder gibt, würde ich gerne den Hinweis auf
> Halsbänder auf unseren Webseiten entfernen. Solange es solche aber gibt

Die Logik widerspricht der Existenz sicherer Katzenhalsbänder. Die beiden Forderungen:

1. Das Halsband soll an der Katze bleiben
2. Die gezeigten Verletzungen sollen verhindert werden

sind nicht unter einen Hut zu bekommen. Es gibt keine technische Lösung für das Dilemma.

Halsbänder, die die Risiken weitgehend eliminieren, würden stets rasch abgestreift werden. Halsbänder, die rasch verloren gehen werden nicht gekauft.


Die einzige Lösung wäre *zusätzlich* zu den vorhandenen Sollbruchstellen der Einsatz eines Elastomers, der bei kurzen Beanspruchungen stabil bleibt, aber bei längerer Krafteinwirkung ausreichend nachgibt.

Soetwas ist aktuell nicht verfügbar. Sohin kann es auch - derzeit jedenfalls - keine sicheren Katzenhalsbänder geben.


> Halsbänder mit Glöckchen sind übrigens zur Vermeidung von Vogelfang
> durch Katzen keineswegs unwirksam, allerdings auch kein Allheilmittel.
> Sie helfen bei der Bewegungsjagd auf gesunde flugfähige Altvögel, aber
> nicht bei Ansitzjagd (dann klingelt die Glocke ja nicht) und auch nicht
> bei der Jagd auf kranke oder kaum flugfähige Jungvögel. Daher würde ich
> nur ungerne völlig auf die Empfehlung von Glockenhalsbändern verzichten.

Nunja, ich schrieb, dass sie "nichts oder nur wenig bringen". Zum einen wäre zu ergründen, wieviele flugfähige gesunde Altvögel im Rahmen der Bewegungsjagd tatsächlich erbeutet werden.

Mir persönlich wäre nicht bekannt, dass man Vögel mit kleinen Glöckchen aufschrecken könnte. Diverse Windspiele schrecken Vögel nicht. Die selben Glöckchen, die an Katzenhalsbändern angebracht werden, werden für Spielzeug für Vögel bei Käfighaltung benutzt. Stare, die ja zu den Singvögeln zählen, sind berühmt, Klingelgeräusche zu imitieren. Wie Ihr Kollege, Richard Schneider, schon 2005 berichtete, imitieren viele Vögel, auch Waldbewohner, sogar Mobiltelefon Klingeltöne.

Allenfalls könnte ich mir vorstellen, dass Vögel bei dem vereinzelten leisen Geläute besonders achtsam werden, wobei Klänge wohl ohnehin nur beim Absprung erzeugt würden. Die Glöckchen klingeln auch nicht beim Anschleichen und schon gar nicht laut.

Mir ist bewusst, dass ich hier wohl besonders skeptisch bin, aber ich werde hier Messungen durchführen, ich fürchte, die Glöckchen werden kaum mehr als etwa 20dBA an Schalldruckpegel erzeugen können, am Halsband einer Katze. Dann wäre noch interessant, als Experiment ein solches Glöckchen fernbedient an einer Futterstelle ertönen zu lassen, ob sich Vögel davon abschrecken lassen oder nicht.

Ich werde berichten.


zwinker

LG Tom
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Tomtiger
Rapunzel


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BeitragVerfasst am: Mi 27 März 2013 0:50:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

Fortsetzung:

Zitat:
Lieber Herr Wanka,

Ich habe Ihre Bedenken bezügl. Der Halsbänder bereits an den Tierschutzbund weitergeleitet.

Untersuchungen zur Effektivität von Glöckchen gibt es bereits: Tötungen von Vögeln werden um 41% reduziert (RSPB in Grossbritannien). Das ist durchaus beachtlich.

Mit freundlichen Grüssen,


Antwort:

Zitat:


Lieber Herr lachmann,

Am 2013-03-26 22:56, schrieb Lars Lachmann:

Ich habe Ihre Bedenken bezügl. Der Halsbänder bereits an den Tierschutzbund weitergeleitet.


vielen Dank.

Untersuchungen zur Effektivität von Glöckchen gibt es bereits: Tötungen von Vögeln werden um 41% reduziert (RSPB in Grossbritannien). Das ist durchaus beachtlich.


Ich habe die RSPB bezüglich Daten zu dieser Studie angeschrieben. Das wenige, was ich bislang lesen konnte, lässt die Befürchtung zu, dass die statistische Signifikanz nicht sehr hoch sein dürfte.

Mit Schrecken habe ich dort gelesen, dass der Haussperling im UK eine bedrohte Art sei? Ich hatte von Bestandsrückgängen gehört, aber in der Wiener Innenstadt merkt man kaum etwas davon.


Zurück zu Katzenhalsbandstudien, ein Beispiel: http://www.sciencedaily.com/releases/2010/09/100908121958.htm

538 Katzen von denen nur 391 über 6 Monate ein Halsband trugen ist zwar besser als nichts, bietet aber kaum statistische Signifikanz. Vergleichsweise könnte man 600 Autofahrer 6 Monate lang beobachten und zu dem Schluß kommen, es gäbe keine tödlichen Autounfälle.


Ich warte die Antwort der RSPB ab, ich melde mich, wenn ich neue Informationen habe.





LG Tom
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kasimir
Gourmeggle


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BeitragVerfasst am: Mi 27 März 2013 8:03:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zumindest antwortet der Herr Lachmann noch. Das finde ich ja schon fast erstaunlich.
nur hat er nicht mit einem Diskussionspartner wie dir gerechnet Laughing
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Claire
Schildpattkatze


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BeitragVerfasst am: Mi 27 März 2013 8:43:38    Titel: Antworten mit Zitat

Mit dem Haussperling hat auch Berlin Probleme. Er ist in allen Großstädten rückläufig, angeblich sogar im Umland. Hier ist davon nichts zu merken...
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Tomtiger
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BeitragVerfasst am: Mi 27 März 2013 8:48:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Claire,

das liegt daran, dass alles saniert wird, Dachbodenausbauten, glatte Fassaden, da bleiben nicht viele Nistplätze. Hier in Wien wurden die Städte ja nicht so extrem plattgebombt wie bei Euch, das heisst, wir haben im Stadtkern viele sehr alte Gebäude, mit entsprechenden alten (oft geschützten) Fassaden. Am Stadtrand in den Neubaugebieten sieht es ganz anders aus. Im Zentrum mit den alten Gebäuden sind die Spatzen eine Plage, wie auch Tauben.

Aber in England steht er auf der roten Liste der bedrohten Arten, das ist schon ein anders Kaliber.

LG Tom
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Claire
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BeitragVerfasst am: Mi 27 März 2013 8:50:50    Titel: Antworten mit Zitat

Genau wie hier. Tauben sind an den historischen Kirchen ein echtes Problem. Wir haben ja gedacht, wenn Turmfalken da sind, verschwinden die Tauben, aber nix: die einen wohnen ganz oben im Turm, die anderen ein Stockwerk tiefer.
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Tomtiger
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BeitragVerfasst am: Fr 29 März 2013 1:54:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

mittlerweile habe ich eine Antwort von Richard James von der königlichen Vogelschutzgesellschaft, und auch schon geantwortet.

Inhaltlich nix Neues, lediglich das Katzen nicht seine Baustelle sind. zwinker

Er verwies auf eine Studie zum Erfolg der Glöckchen: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0168159105000742

Ich habe erwidert, dass ohne nähere Daten - insbesondere wieviele Studienteilnehmer, wie lange, wie wurde ausgewertet, etc. man nichts zur statistischen Signifikanz sagen könne.

Vielleicht kommt ja noch was. Mich würde nicht wundern, wenn man zuerst im Juni die erbeuteten Vögel zählt, und im November dann mit Halsband und Glöckchen erneut .... zwinker


Aber ehrlich, könnte man mit Glöckchen Vögel verjagen, wären sie Standardausrüstung von Vogelscheuchen ....


LG Tom
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